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Die Inhaberin in vierter Generation: Frau Kantelberg

In den Medien...

„So viele Jahre sind seit der Gründung vergangen, in denen sich unser Betrieb aus kleinsten Anfängen heraus zu einer Firma entwickelt hat, die sich über die Grenzen unseres Landes hinaus eines guten Rufes erfreut und zufriedene Kunden in allen Teilen der Welt hat.

Über die Geschichte der Konditorei möchte ich kurz berichten.

1852 von meinem Ururgroßonkel Gustav Buchwald (Gustav der I.) in Cottbus gegründet, wurde der Betrieb Ende des 19. Jahrhundert nach Berlin verlegt, weil diese fortschrittliche Stadt bereits über Gas verfügte, über dessen Feuer der Baumkuchen gebacken wird und besonders gut gelingt.

Zur Jahrhundertwende etwa wurde der Konditorei Gustav Buchwald durch den Preußischen Prinzenhof der Titel Hoflieferant verliehen, da auch bei Königs gerne Baumkuchen gegessen wurde. Nicht zu unrecht ist der Baumkuchen der König der Kuchen und das Zeichen des Konditorenhandwerks.

Ebenfalls zu dieser Zeit wurde der legendäre Willi Pauli, der 13jährig als Lehrling und Laufbursche durch Gustav Buchwald den II. eingestellt. Er blieb seiner Arbeit nur wegen des Wehrdienstes, während der beiden Weltkriege fern, verzichtete auf Urlaub - Krankheit war für Ihn ein Fremdwort - legte seine Meisterprüfung ab und war die gute Seele des Betriebes und die große Hilfe meiner Mutter Käthe Dielitz, die 1935 den Betrieb vom Onkel übernahm.

So begann nun nach den Gustavs die Wirtschaft unter Mithilfe von Willi Pauli.

Unendlich fleißig bauten die Beiden den Betrieb nach Kriegsende wieder auf, so dass 1952 das 100jährige Jubiläum gefeiert werden konnte. Seit dieser Zeit wird der Baumkuchen in alle Welt verschickt, denn während der Kriegsjahre waren viele Kunden vertrieben oder ausgewandert, aber auf unseren Baumkuchen verzichten wollten Sie nicht.

Willi Pauli, von allen liebevoll Onkel Pauli genannt, gehörte unserem Betrieb mehr als 60 Jahre an - unvorstellbar in der heutigen Zeit - und wurde dafür sogar mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Bereits als 6jährige auf meinen Berufswunsch angesprochen, war meine Antwort immer, wie mir erzählt wurde, Konditor.

Kein Wunder, hatte ich doch meine Kindheit in der Backstube und im Laden verbracht. Auch Onkel Paulis Empfehlung, nach meiner Schulzeit eine Konditorenlehre in einem anderen Betrieb zu absolvieren, hat sich ausgezahlt.

Nach meiner Meisterprüfung im Jahr 1963 übernahm ich die Leitung der Backstube, während meine Mutter den Verkauf und die Kundschaft betreute. Das war Ihr Lebenswerk und Inhalt bis ins hohe Alter von 85 Jahren.

Erst als die Kraft zu Ende ging, übergab sie mir die gesamte Leitung unseres Familienbetriebes.

Die Konditorei hat in den vielen Jahrzehnten gute und schlechte Zeiten mitgemacht und während der letzten Kriegsjahre war sie zwangsläufig geschlossen.

Zwar sind die Zeiten wieder rauer, geworden aber um die Zukunft ist mir nicht bange.

Die Frauen in meiner Familie waren schon immer stark und die Nachfolge ist gesichert.

Dank des Mauerfalls sind wir wieder in die Mitte Berlins gerückt, der Bezirk Tiergarten ist als Standort wieder attraktiv.

Wie man den erwähnten Zahlen entnehmen kann, Langlebigkeit hat bei den "Buchwalds" Tradition.“

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